
Wirklich? Wohl eher nicht. Jedenfalls ist die Revolution nicht das Ziel des modernen Feminismus.
Feminismus ist laut Wikipedia ein Oberbegriff für gesellschaftliche, politische und akademische Strömungen und soziale Bewegungen, die …. für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung aller Menschen jeglichen Geschlechts sowie gegen Sexismus eintreten und diese Ziele durch entsprechende Maßnahmen umzusetzen versuchen.
Ein bedeutendes Merkmal des heutigen modernen Feminismus ist die Tatsache, dass er die herrschenden staatlichen Strukturen des Patriarchats nicht in Frage stellt. Feministinnen wollen also nicht das Staatssystem ändern, sondern innerhalb des herrschenden Systems Verbesserungen für die Frauen erreichen, ihre Gleichberechtigung im Staat verwirklichen.
Irrweg Gleichberechtigung
Ich störe mich dabei an dem Wort Gleichberechtigung. Es bedeutet, dass alle berechtigt sind, gleiche Rechte in Anspruch zu nehmen, wie das Recht zu wählen und gewählt zu werden, das Recht, sein eigenes Geld zu verwalten, das Recht, berufstätig zu sein, das Recht, dieselben Berufe wie Männer ausüben zu dürfen, das Recht auf gleiches Geld für gleiche Arbeit usw.
Es geht darum, den Kampf der Frauen heute anders auszurichten. Alle bisherigen gleichen Rechte für Frauen orientieren sich an den Rechten für Männer. Der Mann darf oder erhält dieses oder jenes, also will ich als Frau dieses oder jenes auch dürfen oder erhalten. Das manifestiert natürlich die herrschende Staatlichkeit, es manifestiert das Patriarchat. Feministinnen heute sind also Kämpferinnen für das Patriarchat. Frauen sollen Männer werden zumindest in ihren Rechten. Deshalb ist der moderne Feminismus durchaus auch sexistisch, obwohl er offiziell und öffentlich gegen Sexismus eintritt. Er ist sexistisch, weil er über den Kampf um mehr Rechte für Frauen Herrschaftsansprüche den Frauen verleihen will.
Frauen sollen über eine Quotenregelung z.B. in die Aufsichtsräte der DAX- Unternehmen. Aufsichtsräte sind patriarchale Herrschaftsinstrumente, in die zukünftig auch Frauen vermehrt eintreten. Man nimmt also den Männern ein Teil ihrer Herrschaft, um sie Frauen zu verleihen. Die Aufsichtsräte sollen dadurch “weiblicher” werden im Sinne von mehr Kooperation statt Konkurrenz, liebevolleren Umgang miteinander.
Doch besteht die Zukunft wirklich darin, Herrschaftsansprüche gegen Herrschaftsansprüche auszutauschen? Immer wieder steht die Behauptung, es gebe keinen Rassismus von Seiten der schwarzen Bevölkerung, weil sie sich nur wehrt. Genau so ist es mit dem Sexismus des Feminismus. Es darf ihn nicht geben, weil die Frauen sich ja nur gegen die Männervorherrschaft wehren. Das zeugt von Hilflosigkeit, weil der Feminismus keine Antwort darauf gibt, wie eine zukünftige Gesellschaft anders aussehen kann. Man bleibt immer treu und brav in den Zwängen des Patriarchats.
Dabei werden auch Männer von einer weiblicheren Gesellschaft profitieren. Die Zwänge des Konkurrenzkampfes im Job beispielsweise üben einen enormen Druck und Zwang auf die Männer aus. Immer mehr lassen verlautbaren, dass sie gern mehr Zeit für die Familie hätten, für Hobbys, letztlich für ihre tatsächliche Selbstverwirklichung. Genau das sollte das Ziel des modernen Feminismus sein: das Streben nach Selbstverwirklichung des Individuums. Wenn Frauen sich selbst verwirklichen können und dadurch die Fesseln des Patriarchats abschütteln, so befreien sie auch die Männer. Und da es nicht mehr um Herrschaftsanprüche geht, gibt es auch keinen Sexismus mehr. Diesem hohen Anspruch genügt die Gleichberechtigung nicht.
Kriminalisierte Abtreibung
Der moderne Feminismus muss sich die Frage stellen, ob Wahlrecht und Quotenregelung der Selbstverwirklichung von Frauen dienen. Eher nicht. Sie sind Ausdruck des Strebens nach Rechten und Herrschaftsansprüchen. Diese Rechte und Herrschaftsansprüche werden den Frauen immer wieder durch das patriarchale Regime genommen, wie der Streit um das Abtreibungsrecht in den USA gerade aktuell zeigt. Aber auch die Tatsache, dass in Deutschland der §218 nicht ersatzlos gestrichen ist, deutet auf eine Lüge des Patriarchats. Es will nicht, dass Frauen frei über sich und ihre Kinder entscheiden. Das wäre ein Stück Selbstverwirklichung der Frau. Das darf nicht sein.
Und patriarchal dominierte Frauen kämpfen gegen ihre Geschlechtsgenossinnen ganz im Sinne des Patriarchats, das die Herrschaft über die Vaterschaft behalten will. Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen wollen, müssen zuvor zumindest eine Zwangsberatung in Anspruch nehmen und bleiben im Fall der Fälle kriminell. Vielen ist das nicht bewusst, denn die Abtreibung ist gesetzlich generell unter Strafe gestellt und bleibt nur unter bestimmten Bedingungen straffrei.
Auch auf die Gefahr eines Shitstorms hin: Ich bin der Meinung, dass die Kinder der Mutter gehören, die ungeborenen ohnehin. Und wenn eine Mutter so verzweifelt ist, dass sie ihr Kind tötet, so ist das ihr gutes Recht. Ich kenne viele Frauen, die nach einem Schwangerschaftsabbruch Tränen weinen um das ungeborene Kind, das nicht leben darf, weil die Mutter zu schwach ist. Doch es gibt auch die Frauen, die erleichtert sind, was ebenfalls auf eine gravierende Konfliktsituation hindeutet. Diese Konfliktsituation kann nur allein die Frau für sich definieren, keine verordnete Zwangsberatung.
Eine Problematik in unserer Gesellschaft heute ist das gesellschaftliche patriarchale Klima, das Frauen zu Mörderinnen macht, wenn sie ihre Kinder töten. Ursache ist das Grundverständnis, dass der Mann die Macht über die Vaterschaft behält, was sich in den Menschenrechten widerspiegelt: Du darfst nicht morden, ganz allgemein. Krieg ist in Ordnung, dann ist morden erlaubt, aber ansonsten eben nicht. Weder Mutter noch Vater dürfen ein Kind töten. Das ist heute Gesetz und wird mit Staatsgewalt durchgesetzt. Der besonderen Beziehung zwischen Müttern und Kindern wird dabei nicht Rechnung getragen.
Früher konnten Kinder ohne Mütter nicht überleben. Deshalb töteten die Mütter ihre Kinder, wenn die Ressourcen nicht ausreichten, um Mutter und Kind zu ernähren. Heute gibt es in der westlichen Welt andere Konfliktsituationen, für welche die Menschenrechte kein Verständnis aufbringen. In Afrika ist die Hungerfrage immer noch gravierend. Früher löste die Natur viele Probleme durch einen spontanen Abort, eine Fehlgeburt, aus körperlichen wie aus seelischen Ursachen heraus. Heute greift die Medizin ein und ermöglicht erfolgreiche Schwangerschaften selbst unter schwierigsten Umständen. Das ist gleichzeitig Fluch und Segen. Auch wenn die Frauen allein über einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden dürfen, heißt das nicht, dass das Patriarchat darüber keine Macht hat. Doch, es hat Macht, weil es Hürden für die Abtreibung errichtet. Und es ist ein Stück Selbstverwirklichung der Frau, die Selbstbestimmung über ihre Kinder zu haben.
Feminismus und Kindstötung
Ich bin der Meinung, dass eine Frau, deren Unterbewusstsein kein Kind will, kein Kind bekommt, auch wenn ihr Bewusstes das Gegenteil behauptet. Genauso verhält es sich umgekehrt: Eine Frau, deren Unterbewusstsein unbedingt ein Kind will, bekommt eines, auch wenn ihr Bewusstes sich gegen ein Kind entscheidet z.B. aus Karrieregründen.
Frauen im Matriarchat im Altertum waren mehr mit ihrem Unterbewusstsein verbunden. Sie wussten auch um die Geburtenkontrolle, denn die war für das Überleben der Sippe unumgänglich. Wenn viele Ressourcen, sprich Nahrung, vorhanden waren, gab es viele Kinder. In Notzeiten gab es weniger neugeborene Kinder. Heute ist es anders herum. Die sogenannten zivilisierten Menschen in den westlichen Ländern gebären wenig Kinder, die armen Afrikaner mehr. In Afrika sind Kinder das Sozialsystem, das die Staaten nicht haben, der Westen hat viele Ressourcen und entscheidet sich gegen Kinder, um diese Ressourcen genießen zu können.
Allerdings gibt es inzwischen auch in Afrika weniger Kinder, weil die wirtschaftliche Situation insgesamt so gravierend schlecht ist, dass auch die Mütter hungern und verzweifelte Mütter ihre Kinder verlassen. Für diese Kinder ist das oft das Todesurteil, weil sie schlichtweg verhungern. Das ist legal. Dabei tötet die Mutter ihr Kind auch, wenn sie es verlässt. Aber wehe, sie tötet es direkt. Dann ist sie eine Mörderin. Das Verhungern ist gesellschaftlich toleriert. Und der Feminismus nimmt sich dieses Themas nicht an.
Weg mit der Herrschaft
Es ist kein Wunder, dass der Streit um das Thema “Mein Bauch gehört mir” gerade jetzt brutal neu entfacht wird. Denn das Abtreibungsrecht zeigt genau auf den Punkt, der Frauen anders macht als Männer: die Fähigkeit, Kinder zu gebären und die Menstruation. Beide Tatsachen spielen bei den Feministinnen nur eine untergeordnete Rolle, denn sie wollen ja die Gleichstellung mit den Männern im gesellschaftlichen Leben, zumindest Gleichberechtigung. Das eine ist sicher kein Synonym für das andere, doch beides betont die Dominanz des Mannes, dem Frau entgegenstrebt. Der extreme moderne Feminismus, der sich auch bei Fridays for Future zeigt, verteufelt sogar die Menstruation und lehnt das Gebären von Kindern ab.
Der Feminismus verkämpft sich also im Patriarchat und strebt nicht nach einer grundlegenden politischen Veränderung der Herrschaftsverhältnisse. Die Frage besteht, was diese Veränderung sein könnte. Ich stelle dem gegenüber als Aufgabe eines modernen Feminismus, des Herrschaftsdenken zu vergessen, das Streben nach patriarchalen Rechten zu lassen, dafür die Selbstverwirklichung anzustreben. Die Selbstverwirklichung der Frauen und Männer, die mit Liebe zu sich selbst und gegenüber anderen einhergeht, wird letztlich das patriarchale Herrschaftssystem zum Einsturz bringen, ohne ein neues Herrschaftssystem zu errichten.
Wenn ich über modernen Feminismus rede und schreibe, dann zeigt sich eines deutlich: Frauen und Männer dürfen unterschiedlich sein und sollten in ihrer Unterschiedlichkeit geachtet und geschätzt werden. Der Feminismus will Männerherrschaft auf Frauen übertragen. Eine Ausnahme ist die Bewegung für die Schwangerschaftsunterbrechung. Sie macht die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau deutlich, bleibt allerdings auf halbem Wege stehen.
Geschlechtergerechtigkeit
Sie ist das Zauberwort der Moderne, das zwar durchaus gebraucht wird, aber deren Durchsetzung den patriarchatsgeschädigten feministischen Frauen bis jetzt nicht möglich ist. Geschlechtergerechtigkeit setzt an der Unterschiedlichkeit von Mann und Frau an. Dabei gibt es inzwischen schon wieder Kommentare, die darin eine Zementierung der Diskriminierung alles Weiblichen sehen. Einige gesellschaftliche Kräfte wollen die Unterschiede zwischen Männern und Frauen beseitigt wissen. Das verursacht bei mir Gänsehaut.
Frauen haben eine Menstruation und können Kinder gebären, Männer nicht. Frauen wissen, dass in ihrem Bauch ihr Kind heranwächst, wenn es sich nicht um Leihmutterschaft handelt, Männer wissen nicht sicher, ob das Kind, das eine Frau in sich trägt, auch tatsächlich ihr Kind ist. Heute hilft dabei ein Vaterschaftstest, in der Vergangenheit wurden die Frauen seit Entstehung des Patriarchats eingesperrt, um die Vaterschaft zu sichern. In jedem Fall war und ist die Sicherung der Vaterschaft mit Gewalt gegenüber Frauen verbunden und schädigt Frauen wie Männer, auch wenn die Gewalt heute sehr subtil umgesetzt wird.
Der Vaterschaftstest bedeutet ebenfalls Gewalt. Es gibt genügend Beispiele dafür, dass ein Vaterschaftstest funktionierende Familien auseinanderbrachte oder zu anderen massiven Konflikten führte. Ist es wirklich existentiell zu wissen, wer der biologische Vater ist? Eher nicht. Wichtig sind die sozialen Vaterpflichten. Doch in den Augen des Patriarchats bedeutet es Herrschaft über die Frauen, die dann als Lügnerinnen entlarvt und verurteilt werden.
Es gibt Überlieferungen, dass sich im Matriarchat Frauen während ihrer Menstruation zurück zogen, um sich zu pflegen und verwöhnen zu lassen. Die heutige moderne Frau geht über die Belastung Menstruation hinweg, verbeißt sich mögliche Schmerzen und zeigt, dass sie auch in dieser Zeit eine taffe Frau ist, die alle Belastungen ertragen kann. Zusätzlich noch hat das Patriarchat die Menstruation zu etwas Schlechtem, Unsauberen gemacht. Wahre Geschlechtergerechtigkeit muss hier ansetzen, die Menstruation von ihrem unreinen Ruf wieder befreien. In diesen Tagen sollte es den Frauen erlaubt sein, sich zurück zu ziehen. Ein aktueller Gesetzentwurf in Spanien (Juli 2022), den das dortige Kabinett beschlossen hat, will in Europa einen ersten Schritt in diese Richtung machen. Japan, Südkorea, Taiwan, Indonesien und Sambia haben solche freien Menstruationstage schon.
Geschlechtergerechtigkeit heißt auch, dass Geburtenkontrolle bis hin zur Abtreibung Sache der Frau ist, ohne in irgendeiner Form angedrohte strafrechtliche Konsequenzen oder Zwangsberatung. Auch wenn zu Beginn einer Schwangerschaft in Deutschland die Schwangerschaftsunterbrechung nach einer Zwangsberatung straffrei bleibt, so sorgt allein das Vorhandensein des §218 für eine Herabwürdigung und Kriminalisierung der Abtreibung und damit zu einer Herabwürdigung und Kriminalisierung der Frau.
Schlussfolgernd stelle ich fest, dass die heutige moderne feministische Bewegung sich bis jetzt nicht aus den Fesseln des Patriarchats befreien kann bzw. davor zurück schreckt, sich dieser Fesseln zu entledigen. Dabei zeigen die Matriarchate, die heute noch in Teilen existieren, dass es auch weiblicher, femininer in einer Gesellschaft ohne Herrschaft zugehen kann. Die Forderung muss sein, dass Abtreibungen generell straffrei bleiben müssen und die Menstruation ein Segen der Natur ist, weil sie die Mutterschaft sichert. Frauen sollten sich nicht schämen müssen, dass sie menstruieren.
Es muss gesellschaftlich durchgesetzt werden, dass die frauentypischen Besonderheiten genau so wert geschätzt werden, wie die gemeinhin Männern zugeschriebenen Eigenschaften. Es heißt nicht, gleiches Geld für gleiche Arbeit, sondern auskömmliche Einkommen auch für frauentypische Berufe, also eher gleiches Geld für unterschiedliche Arbeiten. Das klingt sozialistisch. Es geht hier aber darum, die Unterschiedlichkeit gleichermaßen zu achten. Das darf eben nicht bedeuten, dass die Unterschiede die Stigmatisierung und Diskriminierung der Frauen fördern. Richtig ist, dass es auch wieder im Rahmen der patriarchalen Regeln erfolgen würde, welche auf diese Diskriminierung letztlich immer abzielen wegen der Sicherung der Vaterschaft. Deshalb muss die Frage erlaubt sein, ob die Forderung nach gerechter Bezahlung tatsächlich so wichtig ist, dass der Feminismus darüber die Selbstverwirklichung vergisst?
Wir müssen wieder lernen, die Unterschiedlichkeit zu verehren, nicht die Gleichheit. Leider gibt es Tendenzen in der heutigen Zeit, die Unterschiede zwischen Mann und Frau nivellieren wollen. Dann brauchen wir natürlich keine Geschlechtergerechtigkeit mehr, weil es keine Geschlechter mehr gibt. Es schüttelt mich, wenn ich daran denke. Hoch lebe die Unterschiedlichkeit zwischen Frau und Mann. Sie muss gefeiert werden.
Der Feminismus heute sollte selbstverwirklichende Veränderungen durchsetzen wollen. Das findet auch die Unterstützung der Männer, die ebenfalls unter dem Patriarchat leiden. Der moderne Feminismus geht so lange in seiner Zielsetzung fehl, wie er nicht die Loslösung von den patriarchalen Strukturen anstrebt.
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