Das Genderfeigenblatt

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by Henning Hraban Ramm/ pixelio.de

Mit dem Feigenblatt ist es wie mit der Badehose: Es verdeckt wenig, aber das Wesentliche. Genauso verhält es sich mit dem Genderfeigenblatt, weil das Gendern selbst eine oberflächliche Geschlechtergerechtigkeit darstellt.

Gender kommt aus dem Englischen und bedeutet einfach nur “Geschlecht”. Das allein macht das Wort “Gendern” im Deutschen als Verbgebrauch schon irgendwie lächerlich. Übersetzt heißt also “wir gendern” “wir geschlechtern”. Was für ein Blödsinn!

Gendern bedeutet im Deutschen, dass wir einen entsprechenden Sprachgebrauch nutzen. Es soll das männliche und das weibliche Geschlecht gleichermaßen charakterisieren und darstellen. Normalerweise würden wir die Form “Zuhörerinnen und Zuhörer” oder “Leserinnen und Leser” dafür nutzen. Doch das reichte den modernen Feminismusverfechtern nicht. Sie mussten die deutsche Sprache verstümmeln und machten daraus “Zuhörer*in” und “Leser*in”, gesprochen mit einer Pause vor dem “in”. Und der Öffentlich Rechtliche Rundfunk gefällt sich darin, dieserart beim Sprechen zu gendern.

Gender Mainstreaming

Den Gender Mainstreaming kennen wir schon länger als das Gendern in der Sprache. Hier geht es nicht nur um die Verwirklichung der Gleichstellung von Mann und Frau unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Lebensbedingungen und Interessen, sondern um die Verwirklichung der Gleichstellung aller Geschlechter. Hierzu möchte ich betonen, dass es nach meiner Meinung nur zwei biologische Geschlechter gibt: männlich und weiblich, und drei grammatische Geschlechter: männlich, weiblich und sächlich. Alles andere ist zwar interessant zu diskutieren, aber irgendwie abgehoben irreal. Natürlich darf sich jeder Mensch fühlen, wie er will. Und wenn jemand meint, divers zu sein, dann soll er das dürfen. Mich interessiert auch nicht so sehr die Gleichstellung von wer weiß wie vielen Geschlechtern, die das Gender Mainstreaming umfassen will, sondern die Feststellung, dass eine Gleichstellung bedeutet, Unterschiede zu nivellieren anstatt sie im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit zu achten und zu ehren.

Da nutzt es auch nichts, wenn nach der Gleichstellung betont wird “unter Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Lebensbedingungen…”, denn Gleichstellung richtet sich in einer patriarchalen Gesellschaft immer gegen die Frau, mögen wir es noch so sehr bemänteln. Gesellschaftlich behaupten wir, dass die Frau dem Mann gleichgestellt wird in ihren weiblichen Unterschieden. Doch in patriarchalen Strukturen bedeutet es, dass die Frau immer mehr männliche Attribute annimmt. Das beginnt damit, dass sie gefälligst über Menstruationsbeschwerden “männlich” hinweg zu sehen und die Zähne zusammen zu beißen hat. Deshalb rede ich von Genderfeigenblatt, weil das Gender Mainstreaming die Besonderheiten des Frauseins verdeckt mit dem Begriff der Gleichstellung. Es muss um Geschlechtergerechtigkeit gehen, nicht um Gleichstellung oder Gleichberechtigung.

Immerhin jedoch macht der Gender Mainstream auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede aufmerksam, auch wenn er sie nicht wirklich achtet.

Gendern im Sprachgebrauch

Im Moment fühlen sich Nachrichtensprecher, Programmsprecher, Moderatoren, Kommentatoren und andere richtig gut, wenn sie in ihrer Sprache gendern. Man kann spüren, wie ihnen die Brust dabei anschwillt. Sie sind wer, denn sie stehen ja für die Verdeutlichung der Geschlechter in der Sprache an vorderster Front. Dass dadurch der Redefluss gestört wird, interessiert niemanden mehr. Sie tragen die Betonung der Geschlechtergleichstellung wie ein Schild vor sich her, fühlen sich als Wegbereiter in Sachen Gleichberechtigung. Dabei merken sie überhaupt nicht mehr, dass sie hier ein Genderfeigenblatt benutzen. Es verdeckt in Wirklichkeit die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der normale Einheitsbrei heißt generisches Maskulinum, wenn es nicht auf das biologische Geschlecht ankommt. Der modernere Einheitsbrei heißt gendern, weil es wiederum auf das biologische Geschlecht nicht wirklich ankommt, denn es ist zwei in eins, nur dem Zeitgeist entsprechender.

Durch den Gendersprachgebrauch glauben die Genderer, dass sie z.B. für den Feminismus etwas Gutes tun. Doch dieser Sprachgebrauch ändert gesellschaftlich gar nichts. Weiterhin gibt es Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland, frauentypische Berufe werden schlechter bezahlt, frauentypische Eigenschaften werden sexistisch abgetan.

Besonders kurios wirken Sprachneuschöpfungen, die geschlechtsneutral sein sollen. So das Wort “Studierende”, das an Stelle von “Studentinnen und Studenten” zu nutzen sein soll. Dabei sind das keine Synonyme. Nicht jeder Student ist ein Studierender. Wenn er schläft, ist er ein Schlafender, wenn er singt, ist er ein Sänger, wenn er etwas isst, ist er ein Esser, wenn er etwas schreibt, ist er ein Schreibender usw. Nur wenn er tatsächlich studiert, als Tätigkeit, die er gerade in diesem Moment ausführt, ist er ein Studierender. Mit solchen Sprachgebrauchen machen wir eine wirkliche Geschlechtergerechtigkeit lächerlich. Auch hier wieder ein Genderfeigenblatt, welches das Wesentliche verdeckt.

Das Wesentliche hinter dem Genderfeigenblatt

Die bedeutsame Frage lautet: Was ist das Wesentliche, welches durch das Genderfeigenblatt verdeckt wird? Es ist das, was sich der moderne Feminismus weiterhin nicht getraut zu sagen: Wirkliche Geschlechtergerechtigkeit ist nur zu erreichen, wenn wir das Patriarchat nachhaltig abschaffen.

Unsere heutige Gesellschaft beruht seit der Zeit der ersten Stadtstaaten im alten Griechenland auf patriarchaler Herrschaft. Daran ändert das Gendern oder ein Gender Mainstreaming gar nichts. So lange diese gesellschaftlichen Strukturen des Patriarchats weiter bestehen, gibt es nur kosmetische Korrekturen in Fragen der Geschlechtergerechtigkeit. Das beginnt bei der Sicherstellung der Vaterschaft. Früher wurden deshalb die Frauen eingesperrt, in manchen Gesellschaften erfolgt es heute noch. Demokratische Gesellschaften gehen jetzt dabei subtiler vor. Eine Frau, die nicht weiß, wer der Vater ihres Kindes ist, wird schräg angesehen. Das ist gesellschaftliche Ächtung, um nur ein Beispiel zu nennen. Oder ein Vater, der feststellt, dass er nicht der biologische Vater seines Kindes ist, rastet aus. Und das wird gesellschaftlich verstanden. Dabei ist die soziale Vaterschaft viel bedeutsamer als die biologische.

Die Herrschaft des Patriarchats zeigt sich auch darin, dass heutzutage die Kinder ein Recht darauf haben zu wissen, wer der biologische Vater ist. Das setzt die Frauen herab. Es gab einmal eine Zeit, da konnte niemand eine Frau zwingen, den Namen des Vaters ihres Kindes bekannt zu geben. Das hat der Gesetzgeber jetzt über den Umweg eines Kinderrechts geändert. Es setzt auch die vielen sozialen Väter unter Druck. Der Staat setzt sie mit dem Kinderrecht auf den biologischen Vater herab. Das ist für diese Männer diskriminierend.

Den Frauen nahm der Staat das Recht auf Schweigen. Sie erleben jetzt den patriarchalen Zwang, den Namen des biologischen Vaters zu offenbaren. Das geht so weit, dass man sie kriminalisiert oder zumindest stigmatisiert dahingehend, dass sie den sozialen Vater belogen hätten. Dabei ist es egal, wer der biologische Vater ist zumindest so lange, wie es keine medizinischen Gründe gibt wie eine Organtransplantation. Und selbst dann sollte die Frau weiterhin das Recht haben zu schweigen.

So lange patriarchale Strukturen bestehen, erwartet die herrschende Politik von den Frauen, dass sie sich diesen Strukturen unterwerfen, wenn sie zum Beispiel berufliche Karriere machen wollen. Kindergartenplätze gibt es nicht wegen der Gleichberechtigung (Genderfeigenblatt), sondern weil die Wirtschaft die Frauen als Arbeitskräfte benötigt, siehe Fachkräftemangel.

Weg mit dem Patriarchat

Wenn wir also das Genderfeigenblatt herunterreißen, dann zeigt sich deutlich: weg mit dem Patriarchat. Der Ersatz sollte eine vollkommen neue gesellschaftliche Organisation sein unter Berücksichtigung auch von matriarchalen Strukturen. Das bedeutet eine Gesellschaft ohne Staat. Nicht vorstellbar? Matriarchale Machtstrukturen kamen ohne Staaten aus. Diese sind typisch für die Herrschaft des Patriarchats. Warum also Genderfeigenblatt? Weil Männer um ihre Herrschaft fürchten. Frauen in Politik und Wirtschaft an sich gefährden diese nicht, so lange sie innerhalb der patriarchalen Strukturen agieren. Und das Gendern gefährdet die Männerherrschaft auch nicht. Man zeigt sich bereit zur Gleichberechtigung oder Gleichstellung wohl wissend, dass beides nichts an den bestehenden Herrschaftsverhältnissen ändert.

Dabei muss ich betonen, dass auch Männer unter dem Patriarchat leiden. Sie stehen besonders unter Druck, die Familie ernähren zu müssen oder Karriere zu machen. Deshalb steigen immer mehr Männer aus. Und Männer ergreifen einen typischen Frauenberuf, obwohl sie in diesem weniger verdienen, um dem Männlichkeitsgerangel zumindest beruflich aus dem Weg zu gehen. Männer müssen in Kriege ziehen, auch wenn es nicht um akute Lebensgefahr für ihre Familien geht. Und patriarchal degenerierte Frauen machen das mit. Auch Frauen können kämpfen: Wenn ihr eigenes Leben und das ihrer Kinder bedroht ist. Jedenfalls normalerweise. Und dann kämpfen sie auf Leben und Tod. Wo Männer sich mit Unterwerfung zufrieden geben, kämpfen Frauen weiter, bis die Gegnerin tot ist, weil sie nur dadurch überleben kann. Der wahre Mann unterstützt sie dann und ist ein Krieger des Lichts, wenn er seine Familie in einer lebensbedrohlichen Situation verteidigt.

Die heutige Staatsherrschaft hat die Männern dieses Rechts beraubt, weil der Staat sich das alleinige Gewaltmonopol angeeignet hat. Dafür nimmt er sich das Recht heraus, Männer wie Frauen in Kriege zu schicken für das Staatswohl, das natürlich zu hinterfragen ist. Deutschland wurde niemals am Hindukusch verteidigt. Das sollte inzwischen jedem klar geworden sein.

Und der moderne Feminismus traut sich ebenfalls nicht, das Feigenblatt herunter zu reißen, weil sie dann Geheimdienste wie den Verfassungsschutz und die Polizei fürchten müssen. Im Ernstfall weiß der (Männer-)staat schon, wie er sich hart verteidigen muss.